Exchange LAB 2026 und 2027

Seit dem 14. Oktober 2025 bekommen Exchange 2016 und Exchange 2019 keinen Support mehr. Viele Unternehmen, mit denen ich spreche, haben ihre Entscheidung trotzdem noch vor sich: komplett in die Cloud, oder E-Mail weiter im eigenen Rechenzentrum betreiben? Für alle, die vor Ort bleiben wollen oder müssen, heißt der Nachfolger Exchange Server Subscription Edition, kurz Exchange SE.

In solchen Gesprächen habe ich eines gelernt: Folien überzeugen niemanden. Ein Architekturbild mit zwei Servern und einem Pfeil erklärt Hochverfügbarkeit, aber es zeigt sie nicht. Was Kunden wirklich wissen wollen, ist konkreter. Was passiert mit Outlook, wenn ein Server ausfällt? Wie lange dauert ein geplanter Wechsel? Wie kommt eine Mail von außen sicher ins Postfach?

Deshalb habe ich eine eigene Demo-Umgebung für Exchange SE aufgebaut. Sie soll realistisch sein, aber völlig isoliert von allem Produktiven.

Was die Demo zeigt

Im Kern stehen zwei Exchange-Server, die ihre Datenbanken gegenseitig spiegeln. Fällt einer aus, übernimmt der andere. Davor sitzt ein Load Balancer, der die Zugriffe verteilt, und eine Firewall, die alle Netze voneinander trennt. Mails aus dem Internet laufen über zwei Mailgateways, die Spam und Viren aussortieren. Ein Windows-11-Client mit Outlook spielt den Anwender.

Damit kann ich die Fragen beantworten, die in Workshops tatsächlich gestellt werden: Zugriff mit Outlook und im Browser, Zusammenarbeit mit freigegebenen Postfächern und Raumbuchung, Hochverfügbarkeit, Mailflow und Verwaltung.

Für wen sie gedacht ist

Die Umgebung ist für Presales, Consultants, Schulungen und Kunden-Workshops gedacht. Wer einem Kunden Exchange SE erklärt, soll nicht abstrakt bleiben müssen, sondern die Funktion live vorführen können.

Drei Grundsätze

Erstens: Die Demo ist kein Produktivsystem. Es gibt keine echten Kundendaten und keine Verbindung zu produktiven Domänen oder Mailservern. Alle Namen stammen aus dem für Beispiele reservierten Namensraum example.com.

Zweitens: Jede Vorführung beginnt im selben Zustand. Vor jedem Termin setze ich die komplette Umgebung auf einen gespeicherten Ausgangspunkt zurück. Was in der letzten Demo kaputtgespielt wurde, ist danach wieder heil.

Drittens: Alles ist dokumentiert, mit Quellen. Entscheidungen, Versionsangaben und Empfehlungen verweisen, wo immer möglich, auf Herstellerangaben. Wo ich keine Quelle gefunden habe, steht das ausdrücklich dabei. Das klingt nach Mehraufwand, zahlt sich aber aus: In Kundengesprächen ist „Das hat Microsoft so dokumentiert“ ein besseres Argument als „Das machen wir immer so“.

Was in dieser Serie kommt

In den nächsten neun Beiträgen nehme ich die Umgebung Stück für Stück auseinander: die Architektur, was Exchange SE eigentlich neu macht, Hochverfügbarkeit, den Load Balancer, die Mailgateways, den Weg ins Internet, die Virtualisierung, den Betrieb und zum Schluss die Frage, was davon für eine echte Umgebung mit 500 Anwendern gilt. Ich bleibe dabei bewusst auf der Ebene der Entscheidungen, nicht der Befehle.